1967 in Hamburg geboren, wuchs ich in einem wilden, dennoch wohlbehüteten 68er Elternhaus auf. Eingehüllt in Palästinenser-Tücher, auf denen unzählige "Atomkraft? Nein danke"-Aufkleber prangten, galt ich bei meinen Mitschülern als verschrobener Sonderling. Meine Geburtstagspartys, die für gewöhnlich auf einem Schienenstrang nach Gorleben stattfanden, hatten allerdings Kultstatus. Sich von Wasserwerfern wegspülen zu lassen, ist schließlich deutlich spannender als "Schneeweißchen und Rosenrot" im Kindertheater.

Früh gefördert in kreativen Dingen, entwickelte ich eine Vorliebe für das Klavierspiel, die Oper und apokalyptisch anmutende Theatralik. Bereits im Vorschulalter inszenierte ich waghalsige Opernaufführungen in meinem Kinderzimmer. Als Bühne diente ein klappriger Schreibtisch, davor meine zwischen Stolz und Verstörung schwankenden Eltern, die ihren Sprössling stundenlang bei dessen pantomimisch dargebotenen Verrenkungen beobachteten. Dass sie mich weder ins Heim steckten noch für Experimente an ein Pharma-Labor verkauften, rechne ich ihnen hoch an. Sie behielten mich, auch als sich herausstellte, dass es sich bei mir um einen schulischen Totalausfall handelte. Nach mehreren Ehrenrunden grenzt es an ein Wunder, dass überhaupt ein Abschluss  dabei heraussprang. Noch erstaunlicher allerdings, dass ich viele Jahre später selbst Lehrer wurde.

Nach der Schulzeit stand für mich zunächst alles im Zeichen der Musik. Als Straßen- und Studiomusiker spielte ich mich durch die Hamburger Musik- und Clubszene. Auf diese Weise kratzte ich mir das Geld für ein kleines Tonstudio zusammen. Zwischen 1994 und 2005 entstanden dort zahlreiche Musikproduktionen. Parallel arbeitete ich als freier Musikjournalist für diverse Tageszeitungen und Musikmagazine.


Da die Sache mit den kreativen Berufen bekanntermaßen auf wackligen Beinen steht - zumindest wenn man nicht wie Pippi Langstrumpf über einen Koffer voller Goldstücke verfügt - entschied ich mich irgendwann für ein Studium. Man kann schließlich nie wissen. Der Teufel muss mich geritten haben, dass meine Wahl ausgerechnet auf BWL fiel. Doch damit nicht genug: Den monetären Anreizen und einem zumindest fragwürdigen Sicherheitsdenken folgend, hing ich die Musik fast zehn Jahre an den Nagel, um mich nach meinem Studium für verschiedene Großunternehmen als leidenschaftslose Führungskraft zu beweisen. Kein Wunder, dass ich davon Bauchschmerzen bekam. Irgendwann war der Leidensdruck jedoch zu groß. Nach einer längeren Auszeit sattelte ich zum Berufsschullehrer um. Ein Volltreffer. Seit mehr als zwanzig Jahren unterrichte ich nun schon Auszubildende im Lebensmittel-Einzelhandel. Eine Tätigkeit, die mich mit großer Freude erfüllt.

Auch die kreativen Dinge fanden ihren Weg zurück. Das Klavier habe ich inzwischen zwar überwiegend gegen den Schreibblock eingetauscht, doch letztlich ist das Medium für mich zweitrangig. Hauptsache, die Dinge können fließen. Und so kann ich in den letzten Jahren auf für mich wichtige Buchveröffentlichungen zurückblicken: 2014 erschien mein autobiographischer Romanbericht »Penne auf Herz!«, 2019 folgte der Roman »Auf deinem Mond ein Feigenbaum«, der für den Deutschen Selfpublishing-Preis nominiert wurde. Ebenfalls 2019 wurde mein zweiteiliger Kinderroman »Der Wam Wam - Abenteuer eines Bergmonsters« neu veröffentlicht. Nach einigen Umwegen und notwendigen inneren Aufräumarbeiten erschien im Dezember 2024 mein dystopischer Roman »Musik über den Wassern«. Ein Buch, das mich lange begleitet hat. Im Frühjahr 2026 folgte mit »Das Reh unter der Diskokugel« eine weitere Geschichte - vermutlich mein bislang lustigstes Buch. Eine echte Herzensangelegenheit, endlich einmal eine wirkliche Komödie zu schreiben. 

Was alle meine Bücher verbindet: Sie sind durch und durch persönlich. Auch wenn ich fiktive Geschichten erzähle, bin ich darin auf jeder Seite enthalten. In dem, was ich sehe, erlebe und fühle. Schreiben ist für mich keine beiläufige Tätigkeit, sondern eine Notwendigkeit. Eine Form, die Dinge zu ordnen und ihnen Ausdruck zu geben. Meine Geschichten entstehen aus dem, was mir begegnet - im Alltag, in der Schule, in Gesprächen, in Begegnungen, in meiner lebendigen Patchworkfamilie oder auch in den Cafés, in denen ich sitze und beobachte. Aus diesen Momenten werden Geschichten. Und aus diesen Geschichten wiederum ein Teil von mir.